Werkstattunterricht

Bei dieser Unterrichtsform steht den Kindern zu einem bestimmten Thema ein vielfältiges Arrangement von Lernsituationen und -materialien für Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit zur Verfügung. Der Unterricht ist fächerverbindend oder -übergreifend orientiert. Die Kinder arbeiten alle an unterschiedlichen Aufgaben und können selbst entscheiden, ob und wann sie welches Angebot bearbeiten. Sie werden zu Initiative und Selbstständigkeit herausgefordert, da sie unabhängig arbeiten und sich selber kontrollieren müssen. Die Selbstwahl der Aufgaben erlaubt es den Kindern, persönlichen Lerninteressen nachzugehen.

Dabei können sie sich Lernpartner suchen, sich frei bewegen und miteinander sprechen. Die Kinder bestimmen weitgehend selbst über Zeitpunkt, Tempo und Rhythmus der Arbeit, über Sozialform und über die Wahl von Lernangeboten.

Die Lehrerin ist Beraterin, Moderatorin und Helferin, die die Lernprozesse anregt, indem sie Aufgaben, Anschauungsmaterial, Hilfsmittel bereitstellt und die Kinder berät. Die selbstständige Arbeit der Kinder erlaubt ihr die vertiefte Beobachtung der Klasse und die intensive Betreuung einzelner.

Das organisatorische Kernstück des Werkstattunterrichts ist das Chefprinzip.

Der Chef ist für sein Angebot Experte. Er hilft seinen Klassenkameraden bei auftretenden Schwierigkeiten. Er beschafft und verwaltet das benötigte Material. Er weiß, wer das Angebot bearbeitet hat und wer nicht und mahnt bei Pflichtaufgaben diejenigen, die in Verzug sind. Er nimmt die Arbeitsergebnisse entgegen und korrigiert im Bedarfsfall.

Erfolgreicher Werkstattunterricht fördert die Selbstständigkeit der Kinder, stärkt ihr Selbstvertrauen, steigert ihr Verantwortungsbewusstsein und vertieft positiv das Beziehungsgeflecht innerhalb der Klassengemeinschaft.

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