Lesen durch Schreiben

Lesen durch Schreiben ist eine Leselernmethode, die durch den Schweizer Pädagogen und Psychologen Dr. Jürgen Reichen in den 70er Jahren entwickelt wurde. Diese Methode ermöglicht es den Kindern, von Anfang an „alle Wörter dieser Welt” und damit sinnvolle eigene Texte schreiben zu können. „Lesen durch Schreiben“ wird oft falsch als „Schweizer Modell“ bezeichnet. Es handelt sich jedoch tatsächlich nur um eine alternative Leselernmethode, die abgeschlossen ist, sobald die Kinder lesen können.

Ab dem ersten Schultag lernen die Kinder, beim Sprechen eines Wortes genau hinzuhören, um die Laute erkennen zu können, aus denen das Wort besteht. Für jeden gefundenen Laut suchen sie auf der Buchstabentabelle das entsprechende Anlautbild und schreiben den dazugehörigen Buchstaben ab.

Bei „Lesen durch Schreiben“ lernen die Kinder demzufolge als erstes, Wörter zu „verschriften“, das heißt, gesprochene Sprache in geschriebene zu übertragen. Lesen können die Kinder ihre Texte zunächst nicht. Die Kinder werden nicht zum lauten Vorlesen aufgefordert und es wird keine Lesetechnik vermittelt. Eines Tages stellen die Kinder plötzlich fest, dass sie lesen können. Dieser Moment, der sich meistens zwischen November und April der 1. Klasse ereignet, ist immer ein Anlass zu großer Freude.

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