59. Grundschule Jürgen Reichen
Dresden

Stadt der Kinder

Zwei Wochen lang war unsere Schule in der Hand der Kinder. Jeden Tag kamen sie voller Elan und vielen Ideen in ihre Stadt, versammelten sich in Gruppen oder in ihren Stadtpfaden, planten, sprachen sich ab, rangen miteinander, werkelten, malten Werbeplakate, verteilten Dienste, genossen die Angebote anderer Kinder, besuchten das Restaurant, brachten Briefe zur Post, gingen zum Fußballtraining, setzten sich bei der Polizei ein oder bummelten durch den Blumenladen und über den Flohmarkt.

Am Ende der beiden Wochen kamen die Eltern in die Stadt und staunten, was ihre Kinder alles organisiert und gebaut haben.

Herzlichen Dank gilt unseren großzügigen Spendern, Firmen aus der Umgebung und Eltern, die uns vor Ort oder mit Material oder besonderen Geräten von zu Hause aus unterstützten. Nur dadurch hatten die Kinder ein unglaublich großes Materiallager zur Verführung, das sie nutzen konnten oder sich davon inspirieren ließen.

VORBEREITUNGEN

Die letzte Vollversammlung vor der Eröffnung der Stadt der Kinder:

Wir halten es für wichtig und notwendig, dass Kinder sich in Beteiligung üben, um auch im späteren Leben Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Deshalb wagen wir, das sind etwa 400 Kinder, 20 Lehrerinnen und Lehrer und 28 Erzieherinnen und Erzieher, die Wiederholung unseres im Jahr 2018 außergewöhnlich gelungenen Projektes – eine von den Kindern selbst entwickelte und zum Leben erweckte Stadt. 

Aus eigener Kraft schufen unsere Kinder damals ein funktionierendes, vernetztes Ganzes. Sie bauten eine Stadt und nannten diese „City Action“. Die Klassenzimmer wurden umfunktioniert in einen Zirkus, einen Zoo, einen Schönheits- und Kosmetiksalon, ein Cafè und eine Milchshakebar, ein Kino, eine Geisterbahn, eine stadteigene Zeitungsredaktion und ein Krankenhaus. Draußen gab es einen Bauernhof, einen Dschungel mit Seilbahn, eine Polizeistation, ein Bergwerk, einen Pferdehof, eine Parkeisenbahn und vieles mehr. Täglich fanden von den Kindern organisierte und geleitete Stadtversammlungen statt, in denen Absprachen getroffen, organisatorische Probleme geklärt und alles am Laufen gehalten wurde. Unter PROJEKTWOCHE findet man noch ein paar Fotos, die sehr eindrücklich von der damaligen Stadt der Kinder erzählen.

Für die Wiederholung bzw. Wiederbelebung dieses besonderen Projektes nehmen wir uns vom 27. April bis 08. Mai 2026 zwei Wochen Zeit. Wir sind alle sehr gespannt auf dieses erneute Abenteuer und freuen uns darauf.

In den ersten Vollversammlungen wurde den Kindern die Idee unterbreitet, eine eigene Stadt zu gründen. Dafür erzählte Julia ihnen eine Geschichte, die von einem Kaiser handelte, der ein besonderes, wertvolles Kraut suchte. Dafür schickte er sämtliche Kinder auf großen Schiffen los. Die Kinder kamen nie zurück. Sie entdeckten eine Insel und gründeten dort ihr eigens Land.


Ab zweiten und dritten Vollversammlung wurde die Moderation durch die Kinder übernommen. Sie erzählten den anderen von der Auszählung der Namensvorschläge aus allen Klassen. Diese ergab drei Favoriten. Wie soll die Stadt heißen: „Kindercity“, „Elprimo“ oder „Fifty Nine World“? In der Ecke mit „Fifty Nine World“ standen letztendlich die meisten Kinder und freuten sich, dass ihr liebster Name das Rennen gewann. In der nächsten Vollversammlung werden sich die Kinder untereinander treffen, kennenlernen, erste Ideen sammeln und Pläne schmieden, die für die gleiche Aufgabe, das gleiche Handwerk oder das gleiche Geschäft verantwortlich sein wollen.